Ein Plädoyer fürs Stricken

Wolle

Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren und geschlossene Läden… Wir sparen uns an dieser Stelle das ewige Bla-Bla darüber, dass dieser Winter eine Herausforderung für jeden von uns ist und kommen direkt zu dem Teil, der Spaß macht. Es gibt nämlich einen Zeitvertreib, der euch gut durch diesen kalten Corona-Winter bringt – egal ob alleine, mit dem zweiten erlaubten Haushalt oder zu hunderten via Zoom. Die meisten werden es durch die Überschrift wahrscheinlich schon erraten haben: Es geht um´s Stricken.

Hello Winter Textbild

Dank zahlreicher Social-Media Beiträge wurde die Handarbeitskunst schon vor Langem vom Oma-Hobby zum absoluten Trend. Aus den unendlich vielen Gründen, die für das Stricken sprechen, habe ich euch die wichtigsten herausgesucht. Fangen wir mit dem Offensichtlichen an: Stricken hat Tradition. 

Ein Handwerk mit Geschichte

Wann und wo das erste Mal gestrickt wurde, ist nicht genau bekannt. Allerdings vermuten Wissenschaftler den Ursprung im arabischen Raum um das Jahr 1000. 

Strickende Madonna
Meister Bertram, rechter Flügel vom Buxtehude-Altar, um 1400

Von dort verbreitete sich die Strickkunst in die ganze Welt. Die ersten Anzeichen für die Handarbeit in Europa findet man in gleich mehreren Abbildungen der strickenden Madonna aus dem 14. Jahrhundert. In den folgenden Jahrhunderten erfuhr das Stricken einen regelrechten Boom. In zahlreichen Ländern strickten sowohl Männer als auch Frauen und 1902 wurde die erste Strickwarenfabrik errichtet. 

Strickmode als Fashion-Must-Have

Strickmode ist mittlerweile fester Bestandteil unserer Garderobe geworden und hat uns einige ikonische Momente in Film- und Fashionindustrie beschert. Unvergesslich ist beispielsweise Audrey Hepburns Feinstrick-Wasserfallkragen in Breakfast at Tiffany´s. Marilyn Monroe machte 1955 in ihrem Outfit den Chunky Knit zu einem absoluten It-Piece. Dass Strick auch heute noch aktuell ist, sieht man am Fashion-Trend 2020: Der Pollunder. Kaum eine Influencerin hat den kalten Corona-Herbst ohne den ärmellosen Pullover überstanden.

Ein Hobby mit „Instagrammability“

Instagram und Co. beweisen, dass das Klischee der strickenden Oma schon lange nicht mehr gilt. Der allgemeine DIY-Trend in den sozialen Medien hat auch dem Stricken einen beispiellosen Aufstieg in der Populärkultur ermöglicht. Die #knittersofinstagram zeigen in mehr als 8,1 Millionen Beiträgen, dass Stricken durchaus sexy sein kann. Und das gilt nicht nur für Frauen: Unter dem Hashtag #menwhoknit demonstrieren Nutzer, dass Handarbeit kein Geschlecht kennt. Hier präsentieren Männer stolz ihr Selbstgestricktes und sagen dem Status Quo so den Kampf an.

#knittersofinstagram auf Instagram
Beiträge zu #knittersofinstagram
menwhoknit auf Instagram
Beiträge zu #menwhoknit

Do it yourself – Socken stricken

Das ohne Frage beste Argument dafür, Stricken zu lernen, sind die guten alten Stricksocken. Die halten nicht nur warm, sondern verleihen dem eigenen Outfit das gewisse Extra. In der folgenden Anleitung lernt ihr, wie ihr auch als Anfänger ganz leicht Socken zu Hause stricken könnt. Mit warmen Füßen und einem neuen Hobby, lässt sich der Corona-Winter dann zumindest ein bisschen leichter überstehen. 

Gestrickte Socken
Gestrickte Socken wie von Oma – hier findet ihr die Anleitung dazu!

Die Anleitung eignet sich für das Stricken mit sechsfädiger Wolle und Nadeln der Stärke 3,5.

Weitere Ideen für DIYs findet ihr hier.